entfesselt!

Malerinnen der Gegenwart 
22. April bis 30. Juli 2017

Die Malerei wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach für tot erklärt. Dabei ist sie lebendiger denn je. Dies gilt vor allem für die figurative Malerei. Für diesen Erfolg stehen viele Künstlerinnen.
Von ihnen kommen seit einigen Jahren wichtige Impulse. Dennoch finden die Malerinnen in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch nicht die ihnen angemessene Resonanz.

Die Ausstellung in Schloss Achberg setzt sich zum Ziel, anhand herausragender Werkbeispiele ein neues Bewusstsein für diese Entwicklung zu schaffen. Schon für die Kunst der klassischen Moderne kann festgestellt werden, dass ihr weiblicher Teil in all ihren Facetten bislang nur ungenügend gewürdigt und erforscht worden ist.
Der Prozess der Geschichtsschreibung hat gerade erst begonnen. 
Die aktuelle Ausstellung in Schloss Achberg versteht sich als ein Beitrag, dies für die künstlerische Produktion von zeitgenössischen Malerinnen zu leisten.

Xenia Hausner, Hot Wire-Unter Strom, 2012
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

In der Ausstellung vertreten sind 19 ausgewiesene Positionen wie die von Cecily Brown, Stephanie Dost, Marlene Dumas, Isabelle Dutoit, Zohar Fraiman, Franziska Guettler, Xenia Hausner, Katharina Immekus, Marianna Krueger, Kathrin Landa, Verena Landau, Rosa Loy, Christa Näher, Justine Otto, Cornelia Schleime, Eva Schwab, Alex Tennigkeit und Miriam Vlaming. 

Einige der Künstlerinnen haben sich zu einem "MalerinnenNetzWerk Berlin-Leipzig" zusammengeschlossen. Prominent vertreten ist auch die Malerin Sarah Schumann. Sie organisierte im Jahr 1977 zusammen mit sechs weiteren Frauen in Berlin die viel beachtete Ausstellung "Künstlerinnen International 1877-1977"; es war eine der ersten und die bis dahin umfangreichste Schau zu diesem Thema in Europa.

Zohar Fraiman, Kissing at the Golden Gate, 2016

 

Die Künstlerinnen sind auf Schloss Achberg überwiegend mit aktuellen Werkgruppen vertreten. Die Auswahl der Werke erfolgte fast sämtlich auf der Basis eines regen Gedankenaustausches bei Besuchen vor Ort in den Ateliers der beteiligten Künstlerinnen.

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter, sorgfältig edierter, zweisprachiger Katalog (ISBN: 978-3-944685-05-2) mit Texten von Martin Oswald zum Werk der Malerinnen.

In einem gesonderten Beitrag fragt die Kunsthistorikerin Barbara John nach den historischen Gründen der Benachteiligung von Künstlerinnen und liefert zahlreiche Belege für eine über die Dauer der gesamten neuzeitlichen Kunstgeschichte währenden Ungleichheit.

 

 

Abbildung oben Links: Isabelle Dutoit, Wölfe (Rot), 2016
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Marianna Krueger, Pool, 2001
Foto Martin Schlicht